Personal einstellen

Die Standortförderung des Kantons Waadt erläutert Ihnen die Schweizer Bedingungen bei der Einstellung von Personal. Insbesondere bietet sie Ihnen wertvolle Beratungsleistungen zu Beschäftigungsbeihilfen, Arbeitsbedingungen, Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigungen und zum Sozialversicherungsschutz.

Handbuch für Investoren

Labor Market and Labor Law (Englisch)

Beschäftigungsbeihilfen

Je nach Anforderungen und Bedürfnissen Ihres Unternehmens müssen Sie regelmässig Mitarbeiter von intern oder extern einstellen. Wenn Sie sich für Zweiteres entscheiden, kann die Standortförderung den Kontakt zu privaten Personalvermittlungen oder zum Netzwerk regionaler Arbeitsvermittlungszentren (RAV) herstellen.

Die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV)

Die RAV bieten kostenlose Dienstleistungen, die den Einstellungsprozess erleichtern. Es handelt sich dabei um Dienststellen der öffentlichen Hand, die auf die Vermittlung von Stellensuchenden spezialisiert sind. Auf Grundlage der Stellenanforderungen treffen die RAV eine Vorauswahl aus qualifizierten Kandidaten, die sofort für befristete oder unbefristete Anstellungen verfügbar sind. Die grösste Schweizer Stellenbörse wird ebenfalls von den RAV über ihre Webseite verwaltet. Verwenden Sie diesen Link, um Ihre Stellenangebote zu veröffentlichen. Die Inanspruchnahme der RAV bietet Ihnen die Möglichkeit für verschiedene interessante Finanzhilfen in Form von Ausbildungszulagen oder Einarbeitungszuschüssen.

Arbeitsbedingungen

In der Schweiz ist das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer durch Bundes- und Kantonsgesetze geregelt. Die Standortförderung gibt Ihnen Klarheit über die Arbeitsbedingungen.

Der individuelle Arbeitsvertrag

Spätestens einen Monat nach der Einstellung muss der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer schriftlich die Bedingungen vorlegen, die sein Arbeitsverhältnis definieren. In einem obligatorischen Arbeitsvertrag werden die Rechte und Pflichten sowohl des Arbeitnehmers, als auch des Arbeitgebers festgelegt. Ein solcher Vertrag kann befristet oder unbefristet sein.

Der Arbeitsmarkt der Schweiz gehört zu den liberalsten der Welt, dennoch sind die Schweizer Industrieunternehmen verpflichtet, Unfallverhütungs- und Gesundheitsschutzvorschriften zu erlassen. Ein Wettbewerbsverbot kann in den Arbeitsvertrag aufgenommen werden. Die Formulierung und Anwendung des Vertrags unterliegen hohen Anforderungen.

Der Gesamtarbeitsvertrag (GAV)

Die Sozialpartner eines Wirtschaftszweiges können durch den Abschluss eines Gesamtarbeitsvertrags (GAV) die Mindestbedingungen für individuelle Arbeitsverträge, wie z.B. einen Mindestlohn, festlegen. Der Inhalt eines GAV wird also zwischen dem Arbeitgeber und der Gewerkschaft einer Branche festgelegt.

Aktuell sind 42 GAV vom Bundesrat und 39 von den Kantonen für obligatorisch erklärt. Solche GAV gelten daher stets für die entsprechenden Branchen. Andererseits treten 600 GAV nur dann in Kraft, wenn die Vertragspartner Mitglieder der jeweiligen vertragsschliessenden Verbände des entsprechenden GAV sind.

Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigungen

Personen, die nicht die Schweizer Staatsbürgerschaft besitzen, müssen verwaltungstechnische Schritte zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit in der Schweiz unternehmen. Wenn Sie planen, ausländisches Personal einzustellen, führt Sie die Standortförderung des Kantons Waadt durch die notwendigen Schritte zur Einholung der entsprechenden Genehmigungen.

EU/EFTA-Staatsangehörige

Staatsangehörige von Ländern der Europäischen Union (EU-27) und der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) haben auf dem Schweizer Arbeitsmarkt fast den gleichen Status wie Schweizer Bürger.

Im Rahmen der Freizügigkeit dürfen Staatsangehörige von Ländern der EU-27 und der EFTA insbesondere:
- Sich in der Schweiz aufhalten und arbeiten für eine Dauer von weniger als 90 Tagen, ohne eine Arbeits- oder Aufenthaltsbewilligung beantragen zu müssen.
Nur eine einfache Online-Meldung auf den Seiten der zuständigen Stelle der Bundesverwaltung ist erforderlich.

- Sich in der Schweiz aufhalten und arbeiten für eine Dauer von mehr als 90 Tagen , vorbehaltlich der Erlangung einer Aufenthaltserlaubnis.
Hierzu muss sich der Antragsteller nur beim Einwohnermeldeamt der jeweiligen Gemeinde anmelden und das entsprechende Formular ausfüllen, das für das kantonale Amt für Migration und Personenstand bestimmt ist.

Seit dem 1. Juni 2017 unterliegen Staatsangehörige von Rumänien oder Bulgarien für ein Jahr einer Kontingentierung der Aufenthaltsbewilligungen. Staatsangehörige von Kroatien geniessen Freizügigkeit, unterliegen aber Übergangsregelungen.

Staatsangehörige von Drittländern

Arbeitnehmer, die keine Staatsangehörigkeit eines EU-27/EFTA-Landes besitzen, benötigen hingegen eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis, um in der Schweiz arbeiten zu dürfen. Die Antragsteller werden dabei von der DEV unterstützt.

Anträge von Staatsangehörigen von Nicht-EU-Ländern (oder Drittländern), die Experten auf ihrem Gebiet sind oder in einem Schweizer Unternehmen hohe Verantwortung übernehmen sollen, werden dabei bevorzugt behandelt. Andernfalls kann der Arbeitgeber nur dann auf ausländische Arbeitskräfte zurückgreifen, wenn er auf dem inländischen und europäischen Arbeitsmarkt keinen Arbeitnehmer findet, der die Stelle zu den festgelegten Bedingungen besetzen kann.

Für solche Fälle kommen drei Arten von Bewilligungen in Frage:
- Kurzaufenthaltsbewilligungen (L)
- Daueraufenthaltsbewilligungen (B)
- Grenzgängerbewilligung (G)

Die Verfahren zur Beantragung dieser drei Bewilligungen sind ähnlich:
- Der Arbeitgeber muss zunächst ein vollständiges Dossier bei der Ausländerbehörde der Gemeinde, in der das Unternehmen seinen Sitz hat, oder elektronisch an die folgende E-Mail-Adresse einreichen:info.sde@vd.ch
- Der Antrag wird daraufhin von den zuständigen Stellen im Kanton bearbeitet. Die kantonale Arbeitsvermittlung informiert dann den Arbeitgeber über eine etwaige vorläufige Genehmigung des Antrags.
- Zuletzt muss das Dossier noch vom Bund genehmigt werden.

Sozialversicherungsschutz

Für eine Erklärung des Schweizer Sozialversicherungssystems folgen Sie diesem Link.

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